Alle reden davon, doch niemand weiß, was es eigentlich ist, diese Kultur. Die derzeitige mediale Berichterstattung, aber vor allem der derzeitige politische Diskurs machen gerade das wieder deutlich. Letzter Auswuchs dieser Unkenntnis ist die Forderung der FPÖ, das Sozialsystem zu teilen. Eines für MigrantInnen, eines für “waschechte ÖsterreicherInnen” soll es in Zukunft geben. Diese ökonimische Unsinnigkeit, und auch das Faktum, dass MigrantInnen mehr davon profitieren würden, als ÖsterreicherInnen (was Straches Forderung noch interessanter macht) möchte ich hier einmal außer Acht lassen. Viel interessanter finde ich, dass Mensch überhaupt auf eine solche Idee kommen kann, in ein und demselben Land, verschiedene Sozialsysteme für verschiedene “Volksgruppen” etablieren zu wollen.
Es ist meiner Meinung nach das Ergebnis eines völlig fehlgeleiteten Diskurses über Multikulturalität. Wenn wir uns zurückerinnern wird in Fragen der Integration, egal in welcher Zeitung, egal auf welchen Fernsehsender, mag er auch noch so seriös wirken, immer das allseitsbekannte Bild einer Frau mit Koptuch gezeigt. Das Kopftuch und damit der Islam wird zum Synonym für “Andersartigkeit”. Dass diese fast immer negativ behaftet ist, erklärt sich wohl von selbst. MigrantInnen würden sich nicht der hier vorherrschenden, “unserer” Kultur anpassen wollen. Das “uns” wird immer betont, um schon im Vorhinein eine klare Abgrenzung zu finden. Von welcher Kultur sprechen wir denn?






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