Wie die AktionsGemeinschaft Linz Verrat an den Studierenden begeht

21 Mai

Am 24.-26. Mai 2011 sind wieder ÖH-Wahlen in Österreich. Das geht auch an der Johannes-Kepler-Universität Linz nicht vorbei. Gewählt werden die Universitätsvertretung (UV), das eine Art Universitäts-Studierendenparlament darstellen, und die jeweiligen Studienvertretungen (StV). Jede_r Studierende darf eine Stimme für die Universitätsvertretung abgeben, bei der Listen und Fraktionen gewählt werden können. In jeder Studienvertretung, in der man inskribiert ist, darf man eine StV wählen. Das wiederum ist eine Personenwahl, das heißt, man kann jene Menschen wählen, von denen man sich die bestmögliche Vertretung für das eigene Studium erwartet – insgesamt bis zu fünf Stimmen pro Studienrichtung. Sie bestimmen unter anderem die Studienpläne mit und beeinflussen den Alltag der Studierenden erheblich.

Nun ist es so, dass seit Montag, den 16. Mai 2011 die Wahlvorschläge der einzelnen Listen und Fraktionen an der Universität von der Wahlkommission kundegmacht worden sind. DAS NOVUM: Durch einen Beschluss der bundesweiten Wahlkommission, stehen heuer erstmals bei allen Kandidat_innen die Studienrichtungen dabei, in denen sie_er inskribiert und somit auch wahlberechtigt ist. Die Aktionsgemeinschaft Linz ist hier besonders herausgestochen. DER WAHNSINN: Die obersten sieben Kandidat_innen für der Universitätsvertretung sind tatsächlich in 38 (!) Studienrichtungen inskribiert. Wenn man die Liste weiterliest, lässt sich hier ein Trend erkennen: Die ersten elf sind in insgesamt 56 (!!) Studienrichtungen inskribiert und somit auch wahlberechtigt. Besonders erschreckend ist die dahintersteckende Systematik. Spitzenreiter_innen sind durchaus prominente Persönlichkeiten in der Aktionsgemeinschaft Linz: Klaus Ecklmayr, Obmann der Aktionsgemeinschaft Linz, ist in acht Studienrichtungen inskribiert (darunter Rechtswissenschaften, Mechatronik, Technische Chemie und Wirtschaftspädagogik – nicht unbedingt Studienrichtungen, die inhaltlich zueinander passen würden) oder Sebastian Öhlinger, stv. Vorsitzender der Jus-Fakultät, der ebenfalls in acht Studienrichtungen inskribiert ist. Doch sind diese beiden noch nicht die „fleißigsten“ AGents. Der ehemaligen AG-Obman, Alexander Wienerroither, ist ebenfalls in acht Studienrichtungen wahlberechtigt und Bernhard Traxler, derzeitiger Kandidat für das Doktorat Rechtswissenschaften und den Master Politische Bildung, bildet mit 13 (!!) Studienrichtungen die Speerspitze des systematischen Durchinskribierens. (Diese Angaben sind im Wähler_innenverzeichnis einsehbar, das per Gesetz öffentlich zugänglich ist). So wählen sich die Kandidat_innen der Aktionsgemeinschaft gegenseitig durch und sichern sich somit gegenseitig wichtige Mandate in den Studienvertretungen, ohne auf die Stimmen von „normalen“ Studierenden angewiesen zu sein. Leider ist diese Praktik nicht rechtswidrig, führt jedoch sehr wohl zu Verzerrungen im Wahlergebnis. Doch macht euch selbst ein Bild:

Was sind jetzt die Auswirkungen dieser Systematik? Die besagten ersten 11 dürfen neben den 11 Stimmen, die sie für die Universitätsvertretung haben, in 56 Studienrichtungen bis zu fünf Stimmern abgeben. Inklusive Universitätsvertretung bedeutet das also, dass die ersten elf Kandidat_innen insgesamt bis zu 291 Stimmen abgeben können. Das ist nicht mehr und nicht weniger systematische Verzerrung des Wähler_innenwillens auf Studienvertretungsebene. Die Zeitung ÖSTERREICH hat am 18. Mai 2011 über diese Praktiken berichtet. Selbst der Obmann der Aktionsgemeinschaft Linz, Klaus Ecklmayr, gibt in selbigem Artikel zu (!), dass diese Mehrfachinskriptionen zu einer Verzerrung führen.

Der Spitzenkandidat der Aktionsgemeinschaft Linz, Rupert Wallinger, antwortet in einem Interview mit dem CampusRadio Linz, dass diese Mehrfachinskriptionen einen „Akt der Solidarität“ darstellen soll und dass die AGents zB Philipp Albert in Kunststofftechnik unterstützen wollen, damit (Zitat, sinngem.) „Philipp Albert unter den ganzen Unabhängigen nicht untergeht“. (Fast alle Studienvertretungen der technischen und naturwissenschaftlichen Studienvertretungen werden von unfraktionierten Studierenden besetzt, Anm.). Hier gibt’s das ganze Interview zum Nachhören. Betreffende Passage von Rupert Wallinger ist im hinteren Drittel zwischen 46:15min und 48:30min zu hören:

Soll das eine Studierendenvertretung sein? Vielleicht sollte sich die Aktionsgemeinschaft mehr um die studierendenfeindlichen Voraussetzungsketten in Wirtschaftswissenschaften engagieren, anstatt langarmig einen systematischen Verrat an den Interessen der Studierenden zu begehen. Wie man dieser Verzerrung entgegenwirken kann? Zwischen 24. und 26. Mai mit einem Kreuzerl ein Zeichen gegen die Praktiken der Inskriptionsgemeinschaft setzen. Wenngleich Durchinskribieren lt. Hochschüler_innenschaftsgesetz nicht rechtswidrig ist, macht es das Ganze nicht moralisch richtiger. Die Studierenden haben das Recht auf auf eine Studierendenvertretung, die sie selbst wollen und die ihnen nicht von der Aktionsgemeinschaft Linz auf’s Auge gedrückt wird. Die Studierenden müssen eine ehrliche Antwort darauf bekommen, warum die Aktionsgemeinschaft den Studierenden, die sie zu vertreten meinen, nicht für so mündig erachten, sich ihre eigene Vertretung selbst zu wählen.

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Peter Pilz – Ein Linker wider Willen

12 Jan

Am 02. Jänner 2011 versuchte der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz die grüne Haltung in Sachen „Ausländer_innenpolitik“, wie er es formulierte, zu beschreiben (derStandard.at berichtete). Der selbsternannte Linke, der vor Medien immer voller Stolz die kommunistischen Insignien in seinem Büro präsentiert, glänzte jedoch nicht mit neuen Ideen, sondern schockierte vielmehr mit FPÖ-Parolen, die er als notwendigen „grünen Realismus“ bezeichnete.

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Slavoj Zizek über Konsum und Charity

19 Dez

Bei einer Video-Aufzeichnung einer Debatte zwischen dem slowenischen Philosophen Slavoj Zizek und dem französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy mit dem Titel „Violence & The Left in Dark Times“ vom September 2008, hatte Slavoj Zizek eine interessante Ausführung über Konsum und Charity parat, die ich als so kontroversiell als auch gleichzeitig sehr den Tatsachen entsprechend empfand, dass ich es gleich bloggen musste. Er bezeichnet die moderne Form des Konsums, mit Charity oder FairTrade-Charakter als Ideologie der Depolitisierung, da Konsument_innen durch ihren Konsum ihre eigene politische Verantwortung auf Unternehmen übertragen, im Vertrauen, es würde schon etwas passieren. Ein Beitrag im Wortlaut:

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Bundesregierung schickt Zugangsbeschränkungen in Begutachtung

7 Dez Bildschirmfoto 2010-12-07 um 03.48.56

Keine drei Stunden ist der Gesetzesentwurf zur gepanten Novelle des Universitätsgesetzes (UG) online und hält Unglaubliches parat. Mit dieser Novellierung des UG wird der Grundstein zur völligen formellen Abschaffung des freien Hochschulzugangs in Österreich gelegt. Betrachten wir den vorliegenden Gesetzesentwurf ein wenig genauer.

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Mission cumplida Chile. Was kommt danach?

11 Nov

Alle Welt hat es gesehen, zum Teil auch live mitgefiebert. Die 33 verschütteten chilenischen Bergarbeiter, die 69 Tage lang in einer Tiefe von 600 Metern gefangen waren, sind alle wohlauf an die Oberfl äche gelangt. Die Bevölkerung jubelt, die Politik ist erleichtert. Skandale sind ausgeblieben. Mission cumplida?

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Dann könnten ja alle studieren?! Genau.

4 Okt asdasd

Die aktuell entbrannte Diskussion um die Wiedereinführung von Studiengebühren lässt mit viel Polemik aufhorchen, lässt jedoch eines außer Acht: die soziale Lebensrealität von Studierenden. Wo die Studierendenförderung nicht funktioniert und was man dagegen machen kann.

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Weil selektive Zuwanderung zu wenig ist…

28 Jul CZECH REPUBLIC AUSTRIA SPINDELEGGER VISITS

Viel Staub wurde aufgewirbelt als Außenminister Spindelegger (ÖVP) sich in den Medien kürzlich zum Thema Zuwanderung äußerte. Österreich brauche rund 100.000 Zuwander_innen bis 2030. Wenn dies nicht geschehe, seien Gesundheits- und Sozialsysteme nicht überlebensfähig. Viele waren überrascht über den vermeintlichen Schwenk der ÖVP – immerhin glänzte sie in den letzten Jahren nicht gerade mit Menschlickheit. Eines sollte man sich trotzdem fragen: „Ist dieser vermeintliche Schwenk wirklich zu begrüßen?“ – Nein.

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Nachplappern ist halt doch sehr bequem.

15 Jul Bild 2

Die Stadtgemeinde Traun (OÖ) beschäftigt sich neuerdings mit „eigenen“ Ansätzen so genannter „Integrationspolitik“. Laut einem Artikel der Oberösterreichischen Nachrichten vom 07. Juli 2010 gibt es einen Beschluss des Trauner Stadtrates der allen Nicht-EU_Bürger_innen (sg. Drittstaatangehörige), die nicht vorher schon in Traun gemeldet waren, verbietet, Grundstücke oder Häuser käuflich zu erwerben.

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Wenn das Deutsch-Sein zu Kopf steigt…

19 Jun Unbenannt-1

Die HLW „Elisabethinum“ in St. Johann im Pongau (Salzburg) sorgte für Aufregung. In der katholischen Privatschule gibt es seit kurzem eine „Deutschpflicht“ – Nicht etwa nur im Unterricht, auch in Privatgesprächen in den Pausen. Sinnvolle Maßnahme zur Integration oder blanker Populismus?

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Interkulturelle Öffnung öffentlicher Institutionen

11 Jun

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Gemeinderat und stv. Ausschussvorsitzender für „Bildung, Kultur und Integration“ gab es kürzlich durchaus sehr spannende Diskussionen rund um die Bibliothek in meiner Gemeinde. Warum sinken Besucher_innenzahlen? Wie könnte man die Bibliothek neu gestalten? Daraufhin habe ich im Namen der SPÖ Neuhofen ein Konzept, wie denn eine solche Institution in Zukunft aussehen könnte. Keine Angst, ich werde euch (langweilige) Details ersparen. Es gab aber einen, für mich besonders interessanten, Ausschnitt, den ich euch nicht vorenthalten möchte, dessen Inhalt generell auf alle öffentlichen Institutionen umgelegt werden könnte.

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